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Menüplan 2033 – Das klimafreundliche Essen von morgen

FINANZINSTITUTE SIND WICHTIGE AKTEURE, UM UNSERE LEBENSMITTELSYSTEME WIEDER AUF KURS ZU BRINGEN UND ÖKOLOGISCHE UND ÖKONOMISCHE SCHADEN ZU VERHINDERN. EINE ROADMAP FÜR EINE NACHHALTIGERE ZUKUNFT.

Im Kampf gegen die globale Erwärmung und den Erhalt von Lebensraumen spielt unsere Ernährung eine zentrale Rolle. Laut dem Non-Profit-Start-up EAT wäre es möglich, bis zum Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen zu ernähren, ohne die Grenzen unseres Planeten zu überschreiten. Wir müssten uns dazu gesünder ernähren, d. h. weniger Fleisch essen und unseren Umgang mit Ressourcen anpassen. Natürlich ist das Problem komplexer und es sind alle Akteure in der Lebensmittelproduktion gefragt, nicht nur die Konsumentinnen und Konsumenten. Einen langen Hebel in der Transformation unserer Lebensmittelsysteme haben die Finanzinstitute. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung erheblicher finanzieller Mittel, um die nötige Transformation zu unterstützen und die globalen Ziele in Bezug auf den Klimawandel und den Naturschutz zu erreichen. Der Thinktank Planet Tracker hat hierfür mehrere Massnahmen identifiziert, um bis 2030 einen signifikanten Impact in der Lebensmittelproduktion und -konsumation zu erreichen, wobei Finanzinstitute im Zentrum der Massnahmen stehen.

Ein Drittel der produzierten Lebensmittel wird gar nie konsumiert.

Weniger Methan, mehr alternative Proteine

Eine zentrale Massnahme, um unsere Lebensmittelsysteme zu transformieren, liegt bei den Methanemissionen aus der Viehhaltung. Wenn Methan in die Atmosphäre freigesetzt wird, verstärkt es den Treibhauseffekt und trägt zur Erderwärmung bei und dies 80-mal schneller als CO2. Konsumentinnen und Konsumenten können bereits kurzfristige Erfolge erzielen, indem sie weniger Fleisch essen. Anlegerinnen und Anleger können einen positiven Beitrag leisten, indem sie in Unternehmen investieren, die sich verpflichten, ihre Methanemissionen zu reduzieren und Massnahmen zur Bekämpfung des Methangases in ihren Produktionsprozessen ergreifen. Auch Investitionen in pflanzliche Fleischersatzprodukte sowie Proteine aus anderen Quellen wie Insekten, Algen, Pilzen, Würmern und im Labor gezüchtete tierische Proteine (auch als ≪Clean Meat≫ bezeichnet) helfen gegen den Methanausstoss.

In den USA stiegen private Investition im Bereich Food Waste und Loss um 30 Prozent.

Food Waste und Loss bekämpfen

Noch effektiver wäre es jedoch, sicherzustellen, dass gar nicht erst so viele Nahrungsmittel produziert werden müssen. Denn immer noch landet vieles davon im Abfall. Eine weitere Massnahme zielt deshalb darauf ab, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden bzw. verloren gehen. Von einem Lebensmittelverlust spricht man, wenn während der Produktion und entlang der Lieferkette Nahrungsmittel verloren gehen, bevor sie überhaupt den Einzelhandel erreichen. Laut einer Schätzung der Ernährung- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wird etwa ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel gar nie konsumiert. Lebensmittelverschwendung hingegen wird durch den Einzelhandel und die Konsumenten und Konsumentinnen verursacht. Der Hunger auf Investitionen zur Bekämpfung von Food Waste und Loss ist gross: Allein in den USA stiegen 2021 die privaten Investitionen in diesem Bereich um 30 Prozent auf 4.8 Milliarden Dollar. Die Investitionsmöglichkeiten reichen von KI-Technologien in der Landwirtschaft, um zum Beispiel Schädlingsbefall frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen, über die Verwertung von Produktionsabfallen bis zur Biogasproduktion von Essensabfällen.

Grosse Chance — grosse Wirkung

Weitere Massnahmen identifiziert der Report von Planet Tracker in regenerativen landwirtschaftlichen Systemen, im Stoppen der Abholzung der Walder für Landwirtschaftsflachen und bei transparenteren Lieferketten. Bei all diesen Massnahmen spielen Finanzinstitute eine wichtige Rolle, weil sie bedeutende Mittel für die Transformation bereitstellen können. Verschliessen sie sich dieser Aufgabe, drohen neben Reputationsschaden auch Gewinneinbussen. Denn Unternehmen, die im Zentrum der Lebensmittelversorgung stehen, könnten wegen des Klimawandels bis zu 26 Prozent ihres Wertes verlieren, rechnet Race to Zero, eine Initiative der UNO, vor. Das ist für die Industrie nicht irrelevant: 40 der grössten Lebensmittelunternehmen haben zusammen einen Wert von 2.2 Billionen Dollar und beschäftigen fast 8 Millionen Mitarbeitende. Die Chancen für diese Unternehmen sind dagegen gross: Sie profitieren zunehmend von einer Nachfrageverschiebung der Verbrauchenden hin zu nachhaltigen Produkten und schützen gleichzeitig ihren Ruf. Unternehmen, die also frühzeitig und entscheidend handeln, haben die besten Chancen, von der Transformation der Lebensmittelsysteme zu profitieren, während Unternehmen, die nicht handeln, möglicherweise einen erheblichen Wertverlust erleiden könnten — mit bis zu 15 Prozent für den Bereich der Landwirtschaft und etwa 4.5 Prozent für den Bereich Restaurants und Lebensmittelversorgung.

Die Globalance-Sicht

Wer langfristig Vermögen anlegen und entwickeln will, kommt um die globalen Ernährungsthemen nicht herum: Es gilt, die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Klima, Natur und Landwirtschaft einerseits sowie den Zugang zu erschwinglicher, gesunder Ernährung andererseits zu erkennen. Globalance hat Kriterien festgelegt, die Unternehmen erfüllen müssen, damit sie als zukunftsfähig eingestuft werden können. Technologische Entwicklungen führen dazu, dass überraschende Firmennamen mit digitalen Werkzeugen die Landwirtschaft auf Ressourcenschonung trimmen.

Tauchen Sie ein in die Welt der zukünftigen Trends bei unseren Events. Im Anschluss gibt es oft ein klimafreundliches Apéro Riche, bei dem Sie erleben können, wie lecker Nachhaltigkeit sein kann.