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Die CEO der Goba AG sprudelt vor Ideen

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Der Footprint bewegter Frauen mit Gabriela Manser

Wir blicken auf eine erfolgreiche Veranstaltung mit Gabriela Manser zurück – Ein digitales Event unter dem Motto «Mal still, mal leise, mal laut: immer sinnvoll». Der Footprint von Frauen in der Welt ist signifikant – sei dies durch ihr gesellschaftliches Engagement, ihren Beruf oder die Verwaltung ihres Vermögens.


Gabriela Manser ist gelernte Kindergärtnerin, Quereinsteigerin und seit über 20 Jahren erfolgreiche CEO. Nach einer kaufmännischen Lehre im Familienbetrieb Mineralquelle Gontenbad zog es sie in die Pädagogik. Dort arbeitete Gabriela Manser als Kindergartenlehrkraft, Spitalpädagogin und Schulleiterin. Heute ist sie wieder dort, wo ihre berufliche Laufbahn ihren Anfang genommen hat – bei der Mineralquelle Gontenbad, seit 2013 neu «Goba AG Mineralquelle und Manufakur». Ihre Vorbildrolle nimmt sie noch wahr als Mentorin für junge Frauen, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Die mehrfach ausgezeichnete Unternehmerin sprudelt vor Ideen und hat das Unternehmen mit Trend-Getränken wie «Flauder» auf Erfolgskurs gebracht. Weitere Details zur «Goba AG Mineralquelle und Manufakur» finden Sie auf www.goba-welt.ch oder wenden Sie sich bei Fragen gerne direkt an Gabriel Manser per Mail.


Die vielen spannenden Fragen der Teilnehmenden, welche während der Veranstaltung gestellt wurde, sollen nicht unbeantwortet bleiben, weshalb wir diese Hier zum Nachlesen für Sie zusammengestellt haben.


Q&A mit Gabriela Manser

Welche Beziehung hat Goba mit der Globalance Bank?

Sowohl die Globalance als auch die Goba AG und ich teilen ähnliche Werte bezüglich Nachhaltigkeit und einem bewussten Umgang mit unserer Ressourcen. Zudem besitzen wir eine gegenseitige Sympathie und ausgeprägte Wertschätzung.

Hätten Sie ein Organigramm, wenn es nicht wegen der Zertifizierung nötig wäre?

Ja, das hätten wir vermutlich auch in diesem Fall. Einerseits ist es für unsere Mitarbeitenden wichtig, dass sie sich selbst finden. Sie sollen sehen, wo all ihre KollegInnen arbeiten und dass nur alle zusammen ein Ganzes ergeben. So ein Bild sagt viel aus – auch ohne Worte.  

welche zwei Bücher können Sie empfehlen?

Wie im Gespräch erwähnt: Von Kate Raworth «die Donut-Ökonomie» – wirklich inspirierend für eine Wirtschaft der Zukunft.
Ein Blick in das Werk der beiden Künstler Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger bringt mich immer auf andere Gedanken – meist sehr gute! (Es gibt schöne Publikationen und wenn wir dann wieder dürfen, finden auch immer wieder inspirierende Ausstellungen in Museen statt). Für all jene, die gerne in lange Geschichten abtauchen, gibt´s von Elisabeth Jane Howard die Chronik der Familie Cazalet – 5 Bände!! Die habe ich gerade verschlungen.

SIE SAGEN: «ENTSCHEIDEN IST EIN WEG». WOHER NEHMEN SIE DIE INSPIRATION UND KRAFT FÜR IHRE ENTSCHEIDUNGEN?

Das ist ja letztlich die grundsätzliche Frage, woher ich immer wieder meine Kraft nehmen kann. Ein wacher und sorgsamer Umgang mit mir hat mich einerseits das Leben gelernt, und andererseits bin ich seit rund 30 Jahren mit dem «Atem nach Middendorf» vertraut. Das Bewusstsein, nicht für morgen atmen zu können und nicht für gestern etwas nachholen zu wollen, hilft mir immer wieder im Jetzt den Fokus auf das Mögliche zu lenken. Das gibt mir Kraft. Inspirieren lasse ich mich sehr gerne durch zeitgenössische Kunst. Oft auch im Zusammenspiel mit langen Spaziergängen.  

Wie sind Sie auf den Begriff «Flauder» gestossen?

Flickflauder ist die Dialekt-Bezeichnung für Schmetterling im Appenzeller Dialekt. Wir suchten einen Begriff, welcher einzigartig ist und unseren Bezug zu Appenzell aufzeigt. Ein Namensfindungsprozess ist eine grössere Geschichte. Wir gestalten diesen immer in einer Gruppe aus internen Mitarbeitenden und externen Gästen.

Was denken Sie, welchen Stellenwert Hat Wasser in Zukunft?

Sauberes Trinkwasser respektive Süsswasser hat für unseren Planeten eine riesige Bedeutung. Allerdings gilt es einen sehr differenzierten Blick zu werfen: Es hängt alles mit allem zusammen! Die Abholzung der Regenwälder, das Schmelzen der Eisberge und Gletscher, die Verschmutzung der Luft, die Industrie-Abfälle, etc. … es ist sehr, sehr komplex. Und weil das so ist, suchen wir nach Möglichkeiten, dieses Thema überhaupt in seiner Wichtigkeit erfassen zu können. Und über Wasser, Trinkwasser zu reden, das Recht auf sauberes Wasser für alle, das hilft in die Thematik zu finden.

Welchen Tipp können Sie Frauen im Management mitgeben?

Eine grosse Frage! Wichtig finde ich, einen Weg zu finden, zu sich selbst zu stehen. Genau hinzugucken und sich sehr selbstkritisch zu reflektieren: Was will ich wirklich, was lasse ich mit mir machen und was nicht. Wie kann ich konstruktiv Kritik anbringen, was heisst für mich lebenskorrekt zu sein.

Was war die grösste Herausforderung einen Familienbetrieb zu übernehmen?

Einen «sauberen» Boden zu gestalten: Mit allen Familien Mitgliedern reden, auch verhandeln und zusammen ein Statement zu formulieren, hinter dem alle stehen und alle unterzeichnen. Das kann man nicht selbst einfach wollen, dazu braucht es eine Familie, die mitmacht. Und ich meine, fast immer braucht es auch eine externe Begleitung für solche Gespräche.

Wie inspirieren/motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden?

Mein Job ist es nicht, die Mitarbeitenden zu motivieren. Ich erwarte, dass sie mit einer positiven Grundhaltung zu uns kommen, dass sie sich selbst motivieren können. Selbstverständlich heisst für mich Führen auch Begleiten. Und in Gesprächen sowie im Miteinander inspirieren wir uns gegenseitig.

zum Thema Donut-Ökonomie: Gibt es bereits Netzwerke von Unternehmen, die sich zur Methodik auf Unternehmensebene auseinandersetzen?

Meines Wissens nicht. Dass dieses Modell jetzt eine Anwendung in einem KMU findet ist neu. Roger Gmünder ist unser Umweltwissenschaftler und kennt selbstverständlich all die vielen Möglichkeiten die Nachhaltigkeit zu messen und darzustellen. Uns hat bis anhin noch kein Modell der Darstellung wirklich überzeugt. Deshalb haben wir uns mit dem Donut beschäftigt. Das Projekt dauert jetzt fast ein Jahr und ich bin immer mehr davon angetan. Bin sehr gespannt, ob und wie dieses Modell auch im KMU Bereich Einzug halten wird.

wie bekommen sie den «Shift» von Gastronomie zu Einzelhandel hin und was planen sie, um dieses «Klumpenrisiko» zu reduzieren?

Die Stärke der Marke ist entscheidend dafür, was auf dem Markt möglich ist und mit welchen Konsequenzen. Eine schwache Marke, zu früh im Detailhandel platziert kommt meist nicht gut. Ist sie «erwachsen» geworden, können ganz andere Überlegungen zu einer gelingenden Bearbeitung auf sehr verschiedenen Kanälen führen. Es ist letztlich eine Strategiefrage, wo gute Partnerschaften aufgebaut werden und eine für beide Seiten funktionierende Zusammenarbeit gelingt. Zudem sind wir am Aufbau unserer Manufaktur – das gibt unserer Marke nochmals eine andere Kraft und wird ein tragfähiges Standbein.  

Was ist für Sie die grösste Herausforderung in der Mitarbeiterführung?

Haltung – Bereitschaft – Handlung. Passungsarbeit und wenn nötig Intervention. Das ist eigentlich nicht schwierig. Die Herausforderung liegt darin, dass es einfach nie aufhört.

Beeindruckende Resonanz zwischen viszeralem- und logisch-analytischem Denken: können Sie dazu noch etwas sagen?

Ups – da muss ich mich erst «schlau» machen, was viszerales Denken bedeutet. Danke für diese Frage.
Vielleicht kann ich noch diesen Gedanken anhängen: Was sich im Kleinen zeigt, wirkt auch auf das Grosse. Wie wir im Kernteam miteinander umgehen hat einen riesigen Einfluss auf die ganze Firma.  

Wie haben Sie das Unternehmerische «gelernt» – welches waren/sind wichtige Wegbegleiter*innen diesbezüglich?

Als Kindergärtnerin habe ich sehr viel gelernt, was ich auch als Unternehmerin gut nutzen kann – das eigentliche Führen von Menschen und aufbauen / pflegen von Beziehungen. Die wirtschaftliche Komponente hat mir mein Treuhänder und Lehrer beigebracht. Das erlebte ich dann wie das Erlernen einer Fremdsprache. Und dann lehrte mich auch die Notwendigkeit, schnell das Nötigste: Wenn eine Firma rote Zahlen schreibt, ist ein schnelles Analysieren und Einleiten der Massnahmen vonnöten. Selbstverständlich habe ich auch Weiterbildungen besucht am KMU Institut an der Uni SG – z. B. das Management-Seminar.

Gibt es in Stäfa die Möglichkeit, die auffüllbaren Flauder Flaschen zu kaufen?

Unser Flauder gibt es in der Liter Glasflasche (12 Flaschen in einem Harass) und in der 33 cl. Glasflasche (24 Flaschen in einem Harass). Beide Gebinde sollte Ihr Getränkehändler haben oder aber sicher organisieren können.
Oder einfach bei uns nachfragen: [email protected]

Gibt es heute bereits eine Nachfolgeregelung?

Solche Prozesse dauern und wollen gut angegangen werden. Wir haben das Projekt gestartet und sind zuversichtlich, dass wir auch hierfür eine kreative und spannende Lösung finden werden. Ziel ist, die aufgebauten Werte für eine nächste Generation zu erhalten.

Was war für Sie das wichtigste Learning aus der Coronakrise und inwieweit haben Sie Ihre Geschäftszweige ausgebaut/diversifiziert und sich für die Zukunft NEU AUSGERICHTET?

Das grösste Learning ist eigentlich jenes, dass wir ein Schliessen aller Gastro-Betriebe und das Absagen aller Events nicht für möglich gehalten haben und deshalb auch nicht als Risiko gesehen haben. Es kann also bei aller Sorgfalt immer mal was auftauchen, das wir nicht auf dem Radar haben. Szenarien-Denken ist eine gute Möglichkeit zu üben, um dann schnell und agil in einem solchen Fall handeln zu können. Einmal mit der Krise konfrontiert, kommt gut zum Vorschein, welche Mitarbeitenden helfen zu fokussieren, welche ohne grosse Probleme Anpassungen und Veränderungen angehen können und welche damit grössere Schwierigkeiten haben. Das Team durch solche Zeiten zu führen, verlangt sehr viel Führungsgeschick, Empathie und Engagement. Menschen gerne haben, hilft auch in diesem Fall.