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US-Midterms: Neue Mehrheiten in Washington

Die Demokraten haben bei den Zwischenwahlen vom 3. November beide Kammern des US-Kongresses gewonnen. Für Ihr Portfolio heisst das: mehr Bremsen in Washington, weniger neue Schulden und keinen Grund, an unserer Strategie etwas zu ändern. Hier unsere Einordnung.
Was ist passiert?
Senat: Die Demokraten kommen laut Hochrechnungen auf mindestens 54 von 100 Sitzen und gewinnen sieben Sitze dazu, darunter Texas, Ohio und North Carolina.
Repräsentantenhaus: Laut Prognosen holen die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus. (Stand Mittwochnachmittag)
Präsident: Donald Trump bleibt bis Januar 2029 im Amt. Er kann Gesetze des Kongresses weiterhin mit seinem Veto stoppen und Aussen- und Handelspolitik weitgehend ohne Kongress gestalten.
Wichtiger als die Sitzverteilung ist das Motiv. Gewählt wurde über das Haushaltsbudget der Familien: Benzin kostete am Wahltag im Schnitt USD 4.15 pro Gallone (rund USD 1.10 pro Liter), so viel wie an keinem Wahltag zuvor. Und eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler nannte den Strombedarf neuer Rechenzentren als wichtigen Faktor für ihren Entscheid. Energiepreise sind in den USA zur Wahlfrage geworden.
Wie haben die Märkte reagiert?
Erst Schreck, dann Sortieren. In der Nacht fielen die vorbörslichen Kurse des wichtigsten US-Aktienindex S&P 500 um bis zu 1.4%, jene des Technologieindex Nasdaq 100 um 2.4%. In Tokio schloss der japanische Leitindex Nikkei 1.4% tiefer, vor allem wegen Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI). Die europäischen Börsen liessen sich davon nicht beirren und lagen bereits am Mittwochmorgen im Plus. Nach der positiven Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag bauten sie die Gewinne weiter aus, der Euro Stoxx 50 notierte 2.0% höher. Unter der Oberfläche zeigt sich eine klare Umschichtung zwischen den Branchen:

Was ändert sich – und was nicht?
Washington fährt ab jetzt mit angezogener Handbremse. Der Präsident sitzt weiter am Steuer, doch für Gesetze und neue Ausgabenprogramme braucht er einen Kongress, den die Gegenseite kontrolliert. Trump hat nach der Wahl angekündigt, mit den Demokraten zusammenarbeiten zu wollen und nicht jedes Gesetz mit seinem Veto zu blockieren. Das spricht eher für Kompromisse als für Dauerblockade. Vier Folgen sind für Anlegerinnen und Anleger relevant:
- Weniger neue Staatsschulden. Grosse Ausgabenprogramme auf Pump finden keine Mehrheit mehr, etwa die angekündigte Direktzahlung von USD 5’000. Weniger neue Schulden dämpfen die Zinsen und das stützt die Kurse von Anleihen.
- Zölle bleiben ein Risiko. Seit das Oberste Gericht der USA im Februar die Notstandszölle aufgehoben hat, stützt sich Trump auf ein Handelsgesetz von 1974, für das er den Kongress nicht braucht. Beobachter schliessen neue Zölle gegen Europa nicht aus.
- Der Streit um die Schuldenobergrenze kehrt zurück. Die USA dürfen sich nur bis zu einem gesetzlich festgelegten Betrag verschulden. 2027 muss der Kongress diese Grenze anheben, sonst kann der Staat bald seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Ein Kräftemessen darum hat schon 2011 und 2023 für Kursschwankungen an den Börsen gesorgt und dürfte es wieder tun.
- KI gerät stärker unter staatliche Aufsicht. Strengere Regeln sind wahrscheinlich und neue Rechenzentren könnten langsamer kommen. Texas und Georgia stehen für rund ein Drittel der geplanten US-Investitionen in KI-Rechenzentren, in beiden Staaten haben die Demokraten das Gouverneursamt gewonnen. Die Nachfrage nach KI bleibt trotzdem hoch: Beobachter erwarten weltweite KI-Investitionen von rund USD 1’000 Mrd. in diesem Jahr und USD 1’400 Mrd. im Jahr 2027.
Unsere Einschätzung
China ist die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt und verfügt über einen riesigen Binnenmarkt. In Schlüsselbranchen wie Batterien, Solarmodulen und E-Mobilität ist das Land führend. Eine langfristige Industriepolitik und hohe unternehmerische Dynamik beschleunigen Innovationen – trotz Herausforderungen wie demografischem Wandel und einem geschwächten Immobiliensektor.

Rückenwind für Zukunftsthemen
Diese Wahl hat der Energiewende in den USA ein neues Argument gegeben: den Preis. Rechenzentren, Elektroautos und Wärmepumpen brauchen Strom, und zwar schnell. Solar, Wind und Speicher lassen sich schneller ans Netz bringen als neue Gas- oder Kernkraftwerke. Die Börse hat das am Mittwoch sofort aufgenommen: Die dänischen Windenergiefirmen Ørsted und Vestas gehörten zu den stärksten Titeln Europas.
Für uns ist das eine Bestätigung unseres Ansatzes. Wir investieren nicht in Wahlausgänge. Wir investieren in Zukunftsthemen wie Dekarbonisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung, die Wirtschaft und Gesellschaft über Jahrzehnte prägen. Wahlen verändern das Tempo, selten die Richtung.
Wie ist Ihr Globalance-Portfolio positioniert?
Ihr Vermögen ist breit verteilt: auf viele Unternehmen, Branchen, Regionen und Anlageklassen. Das macht Ihr Portfolio robust gegenüber politischen Veränderungen. Dazu kommen gezielte Bausteine:

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