Resultate der jüngsten Forschung

Stand der Wissenschaft

Die Forschung zu Shareholder Engagement hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In verschiedenen Disziplinen wird empirisch untersucht, ob und wie Investorinnen und Investoren einen Beitrag zu nachhaltigerem Wirtschaften leisten.

Die Kernaussagen der wichtigsten veröffentlichten Forschung 2024-2025 lauten:

  • Eine Auswertung von über 7’000 Aktionärsanträgen zeigt: Unternehmen, die sich mit umweltbezogenen Aktionärsanträgen auseinandersetzen, verbessern nachweislich ihre Umwelt-Performance – beispielsweise ihre Klimabilanz. Bereits die Einreichung solcher Anträge wirkt als Signal und beeinflusst die Unternehmensstrategie. Je mehr Anträge, desto stärker der Effekt auf die Umwelt-Leistung. (Busch, T., Scheitza, L. et al. (2025). Shareholder Signaling and Corporate Strategy. Organization & Environment.)
  • Gezieltes Aktionärsengagement von Finanzinstitutionen kann Unternehmen dazu bewegen, wissenschaftsbasierte Klimaziele zu setzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen sich zu Klimazielen verpflichten, steigt signifikant, wenn Engagement mit einer glaubwürdigen Ausstiegsdrohung verbunden ist. Dies belegt, dass Investoren durch Engagement und Exit-Drohungen reale Veränderungen in der Unternehmenspolitik bewirken können. (Heeb, F. & Kölbel, J. (2024). The Impact of Climate Engagement. SAFE Working Paper 437.)
  • Diese Studie zeigt, wie Asset Owners weltweit Engagement nutzen können, um strukturelle und kulturelle Unterschiede zu überwinden. Es werden zwei Einflussketten identifiziert: In Indien oder Brasilien beispielsweise weisen Unternehmen eine geringe Abhängigkeit von institutionellen Investoren auf («company-centric»). Sie sind wenig empfänglich für Eigentümervorstösse. In Europa dagegen dominieren starke institutionelle Investoren («owner-centric»). Eigentümer verfügen über mehr Einfluss. Die Wirksamkeit von Engagement hängt von solchen lokalen Gegebenheiten ab. Entsprechend ist massgeschneidertes Vorgehen erforderlich. Globalance hat für diese Studie die Sicht als Praktikerin beigetragen. (Marti, E., Chuah, K. & Gond, J.-P. (2025). Chains of Inflfluence. Bayes Business School.)
  • Die Studie untersucht die Auswirkungen von Anti-ESGRegulierungen in Texas. Das Ergebnis: Die politischen Massnahmen haben kaum Einfluss auf das Investitionsverhalten institutioneller Anleger. Trotz regulatorischer Eingriffe bleiben nachhaltige Investmentstrategien weitgehend unverändert. Die Forschung zeigt, dass Marktkräfte und Investorenpräferenzen stärker wirken als politische Vorgaben. (Rajgopal, S., Srivastava, A. & Zhao, R. (2025). Economic Substance Behind Texas Anti-ESG Sanctions.)
  • Auch eine Übersicht der Harvard Law School vom Herbst 2025 bestätigt diese Entwicklung für die USA: Die Proxy- Saison 2025 hat gezeigt, dass trotz einer scheinbaren Zunahme der öffentlichen Anti-ESG-Stimmung und Anti-ESG-Aktionärsanträge bei 140 Unternehmen die Unterstützung für Anti-ESG-Massnahmen weiterhin gering ist. (Walsh, L., Perry, A. & Zepralka, J. (2025). Anti-ESG Shareholder Proposals. Harvard Law Review Blog.)

Globalance verfolgt die Entwicklungen der Forschung regelmässig. Sie liefert uns wertvolle Erkenntnisse,
wie wir unser eigenes Vorgehen laufend verbessern und wirkungsvoller gestalten können.

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