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Anlageperspektiven Sommer 2026

Im Jahr 2026 haben Geopolitik und hohe Energiepreise das Makrobild geprägt und die Notenbanken im Inflationsmodus gehalten — Aktien legten breit zu, tief korrelierte Anlagen überzeugten als Anleihenersatz.

Rückblick 1. Halbjahr 2026

Die Energiekrise stärkt den Wandel

Der Konflikt im Nahen Osten hat wie ein Stresstest für die Weltwirtschaft gewirkt: Höhere Ölpreise haben die ohnehin fragile Inflationslage verschärft und das Wachstum gedämpft  — diese Kombination engt die Notenbanken ein. Der Energiepreisschock zeigte erneut, dass Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen klimapolitisch, aber auch zunehmend strategisch und sicherheitspolitisch wichtig ist. Davon profitierten Investitionen in erneuerbare Energien und in die Elektrifizierung.

Notenbanken zwischen Wachstum und Inflation

In den USA blieb die Konjunktur bemerkenswert widerstandsfähig. Getragen wurde das Wachstum von stark technologiegetriebenen Investitionen — allen voran dem KI-Infrastrukturausbau — sowie von fiskalischen Impulsen aus Steuersenkungen. Genau diese Stärke bindet der US-Zentralbank die Hände: Bei stabilisierendem Arbeitsmarkt und einer über dem Ziel verharrenden Inflation kann sie die Zinsen nicht senken. Fiskalische Impulse aus Verteidigung und Infrastruktur haben die Eurozone kurzfristig gestützt, ein nachhaltiger Aufschwung bleibt aber unwahrscheinlich. Als Energieimporteur war der Euroraum vom Irankrieg härter betroffen als die USA. Dadurch stieg die Inflation über das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die im Juni mit einer Zinserhöhung reagierte.

Chinas Wachstum blieb ein Exportmotor trotz Zöllen. Gleichzeitig hängt die schwächelnde Binnennachfrage am Staatstropf. Die geopolitische Lage befeuerte Pekings Drang nach Autarkie und lenkte Kapital in strategische Schlüsselindustrien wie Technologie — mit sichtbarem Erfolg: Über 40 Prozent der KI-Chips stammen nun aus dem Inland, auch dank der westlichen Exportkontrollen.

In der Schweiz zog die Inflation leicht an, blieb aber abseits der Energiepreise gedämpft. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess den Leitzins im März bei 0 Prozent und betonte angesichts des stärkeren Frankens und der geopolitischen Unsicherheit ihre Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen. Der Franken bestätigte so einmal mehr seine Rolle als sicherer Hafen.

Aktienmärkte zeigten Widerstandskraft — getragen von wenigen Gewinnern

Eine globale und diversifizierte Aktienallokation hat sich auch 2026 wieder ausbezahlt. Der MSCI Emerging Markets Index ist der Spitzenreiter im Jahresverlauf, weil viele asiatische Technologie- und KI-Werte stark zulegten und höhere Zuflüsse in Schwellenländer unterstützten. US-­Aktien haben sich nach der US-Iran-Waffenruhe und ersten Friedensgesprächen erholt. Dies dank der Aussicht auf normalisierte Energieflüsse im Nahen Osten, robusten Konsumausgaben — vor allem der Besserverdienenden — sowie rekordhohen Unternehmensgewinnen im ersten Quartal, getragen vom KI-Investitionszyklus. Auch die Industrie kehrte wieder auf Wachstumskurs zurück. Europäische Aktien sind insgesamt weiterhin gut unterstützt. Die Eurozone leidet jedoch stärker unter hohen Energiepreisen. Schweizer Aktien zeigten sich dank des defensiven Charakters und der tiefen Energiepreissensitivität vergleichsweise stabil. Im Gegenzug profitierten sie kaum vom starken Technologiesektor und blieben in der Aufwärtsbewegung entsprechend zurück.

Anleihen verloren ihre defensive Verlässlichkeit

Üblicherweise entwickeln sich Aktien und Anleihen unterschiedlich und stabilisieren sich gegenseitig. Im ersten Halbjahr 2026 funktionierte das jedoch nicht wie gewohnt — im März verzeichneten beide gleichzeitig spürbare Verluste. Selbst Gold erlebte eine technische Korrektur, da Zentralbanken während der Nahostkrise Liquidität schafften und Bestände reduzierten. Anleihen enttäuschten erneut als Diversifikatoren: Inflationssorgen liessen die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen im Mai auf Höchststände steigen, während Schweizer Anleihen negative Renditen lieferten.

Tief korrelierte Anlagen lieferten positive Renditen

Erfolgreicher war die Diversifikation in tief korrelierte Anlagen wie Prämienstrategien, Versicherungsverbriefungen und Mikrofinanz: Sie lieferten positive Renditen und bildeten einen überzeugenden Anleihenersatz. Privatmarktanlagen rentierten 2026 hingegen schwächer als öffentliche Märkte — vor allem, weil das Umfeld für Börsengänge und Verkäufe schwierig war, Ausschüttungen niedrig waren und Finanzierungskosten hoch ausfielen.

Das erste Halbjahr 2026 in Kürze

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein Energiepreisschock verschärften die Inflation, dämpften das Wachstum und engten die Notenbanken ein.

Die US-Konjunktur blieb dank KI-Investitionen und Fiskalimpulsen robust, doch die hohe Inflation hielt die US-Zentralbank von Zinssenkungen ab; Europa und China zeigten sich schwächer.

Eine global diversifizierte Aktienallokation zahlte sich aus — Schwellenländer und KI-Werte führten, die Marktbreite blieb jedoch schmal.

Energieunabhängigkeit wurde zum strategischen Anlagethema. Davon profitierten erneuerbare Energien und die Elektrifizierung.

Anleihen verloren ihre defensive Verlässlichkeit: Die Negativkorrelation zu Aktien wankte, Anleihen rentierten negativ.

Tief korrelierte Anlagen wie Prämienstrategien, Versicherungsverbriefungen und Mikrofinanz überzeugten als stabiler Anleihenersatz.

Ausblick 2. Halbjahr 2026

Der Kampf um Kapital

Die zweite Jahreshälfte 2026 ist geprägt vom strukturellen Wandel: Der Investitionsbedarf in Verteidigung, Energieunabhängigkeit, resiliente Lieferketten und künstliche Intelligenz steigt — das Kapital wird knapper.

Der anhaltende Nahost-Konflikt rückt Energieversorgung, Sicherheit und technologische Souveränität wieder stärker in den Fokus. Der investitionsgetriebene Zyklus hält an, bei gleichzeitig anspruchsvollerem Umfeld. Die globalen Märkte zeigen sich weiterhin bemerkenswert widerstandsfähig. Dies auch dank dem Einsatz strategischer Ölreserven und fiskalischer Unterstützung individueller Staaten: Sie federn den Energieschock teilweise ab. Haupttreiber der Widerstandsfähigkeit sind jedoch die massiven Investitionen in KI. Sie stützen Wachstum und Unternehmensgewinne, führen aber auch zu Hardware-Engpässen, erhöhtem Strombedarf und belasteter Infrastruktur. Zusammen mit dem Nahost-Energieschock erhöht dies den Inflationsdruck.

Die USA wirken wirtschaftlich robust, weil sie von Fiskalprogrammen und KI-Investitionen profitieren. In Europa bremsen die Energiepreise das Wachstum stärker — das Risiko einer Stagflation steigt. Die Zentralbanken bewegen sich wieder zu einer vorsichtigeren Geldpolitik. Nach der Zinserhöhung im Juni durch die Europäische Zentralbank (EZB) ist nun eine Pause zu erwarten. Die Strategie der US-Notenbank hängt stark vom weiteren Kriegsverlauf, dem Ölpreis und der Inflation ab.

Anlagepolitik für das zweite Halbjahr 2026

Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet dies: Investiert bleiben — aber selektiv und robust positioniert. Trotz hoher Energiepreise, Inflation und KI-Blasenrisiken bietet eine breite Diversifizierung mit Fokus auf Qualität, Zukunftsfähigkeit und tief korrelierte Anlagen attraktive Chancen. Unser Hauptszenario rechnet kurzfristig mit erhöhter Inflation und leicht abgeschwächtem Wachstum. In diesem Umfeld sollen die Portfolios zwei Ziele erfüllen: Widerstandsfähigkeit gegenüber makroökonomischen Schocks sowie Teilhabe an langfristigen Wachstumstreibern wie Digitalisierung und KI, saubere Mobilität oder ressourcenschonende Infrastruktur.

Mehr zur Globalance Anlagestrategie für das 2. Halbjahr 2026 erfahren Sie im vollständigen Anlageausblick:


Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageempfehlung noch eine Beratung dar.

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